Deutsch

DIE GESCHICHTE DES INSTITUTES

Die Abteilung des Staatsarchivs von Sondrio wurde 1946 (Erlass des Innenministeriums 3.10.1946) gegründet und dann mit Erlass 1963 (Erlass des Präsidenten der Republik 30.09.1963, Nr. 1409) in Staatsarchiv umgewandelt.

Im Staatsarchiv werden regelmäßig in vom geltenden Gesetz festgelegten Zeiträumen die Dokumente der Ämter der staatlichen Verwaltung des zuständigen Gebiets (Provinz) abgelegt, sowie die Akten der Notare, die seit über hundert Jahren nicht mehr ihren Beruf ausüben. Außerdem werden die nichtstaatlichen Archive, die durch Kauf, Schenkung oder Hinterlegung erworben wurden dort aufgenommen.

TERRITORIALER UND KULTURELLER KONTEXT

Im 14. Jh. war das Veltlin Teil des Herzogtums Mailand. Im Jahr 1512 wurde es von der nahen Schweiz besetzt und mit dem Schwur von Teglio (27. Juni 1512) offiziell der Schweiz angeschlossen und in drei Teile unterteilt, die vom “Capitano di Valle” mit Sitz in Sondrio und zwei Vögten kontrolliert wurden. Die zwei traditionell autonomen Gebiete von Chiavenna und Bormio wurden getrennt regiert. Während der Graubündner Herrschaft kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den Katholiken und den Protestanten, die ihren Höhepunkt in der Nacht vom18. auf den 19. Juli 1620 fanden, in der über 600 Veltliner Protestanten ermordet wurden.

Die Verschwörung, bekannt als “Sacro macello di Valtellina”, wurde von Gian Giacomo Robustelli aus Grosotto angeführt und vom spanischen Gouverneur von Mailand finanziert. Im Jahr 1797 wurde das Veltlin mit der Cisalpinischen Republik vereint (Verwaltungsbezirke der Adda und des Oglio, ab 1801 Verwaltungsbezirk des Lario) und somit mit dem Schicksal der Lombardei verbunden und Teil der Italienischen Republik (1802-1805), später Teil vom Königreich Italien (Verwaltungsbezirk der Adda). Mit der Niederlage Napoleons versuchten die Schweizer das Veltin und das Valchiavenna zurückzuerhalten, aber sie zogen sich kampflos zurück, da das Gebiet in der Zwischenzeit von den Österreichern besetzt worden war. Nach dem Wiener Kongress wurde das Tal dem Königreich Lombardo-Venetien (Provinz Veltlin) angegliedert, 1869 an das Königreich Sardinien und 1861 an das Königreich Italien (Provinz Sondrio).

SITZ

Das Staatsarchiv von Sondrio wurde in einem Gebäude am linken Ufer des Flusses Mallero angesiedelt. Dieses war 1883 vom Ingenieur Giovanni Battista Bosatta entworfen worden, um den Provinzrat und die Abordnung der Provinz zu beherbergen. Die Überschwemmung des Mallero von 1927 beschädigte das Gebäude, es wurde danach aber wieder aufgebaut und ab 1935 beherbergte es das Notariatsarchiv und seit 1946 ist hier das Staatsarchiv untergebracht.

Im Jahr 2005 wurden die Büros und der Studierraum in den dritten Stock des benachbarten Martinengo-Palastes der Gemeinde Sondrio verlegt, der im 16. Jh. auf Geheiß von Ulisse Martinengo, einem ins Veltlin geflüchteten Adligen aus Brescia, errichtet wurde

In den Jahren 2008 bis 2013 wurde das Gebäude am Mallero wegen Renovierungsarbeiten vollständig geleert und die Dokumente in ein Depot in der Provinz Novara ausgelagert. Ab 2014 wurde das gesamte Material wieder zurückgebracht, neu geordnet, inventarisiert und in Regale gestellt.

STAATSARCHIV VON SONDRIO

Adresse: Via Dante – Via Perego, 23100 Sondrio

Telefon: 0342.514551 Fax: 0342. 514551

E-Mail: as-so@beniculturali.it

Pec: mbac-as-so@mailcert.beniculturali.it
Direktor: Lucia Ronchetti ad interim

STUDIERRAUM

Bedingungen und Anforderungen für den Zugang

Freier und kostenloser Zugang für Volljährige.

Um die Dienstleistungen des Instituts in Anspruch nehmen zu können, muss der Nutzer das Antragsformular ausfüllen.

Der Zugang zu den Dokumenten ist frei, aber gemäß der geltenden Gesetzgebung muss die Einsichtnahme von Dokumenten der letzten 70 Jahre, die sensible Daten enthalten, vom Innenministerium genehmigt werden.

Die Besucher sind verpflichtet, die Vorschriften und den Verhaltenskodex für die Bearbeitung personenbezogener Daten für historische Zwecke einzuhalten (Gazzetta Ufficiale Nr. 80 vom 5. April 2001).

ZUGANG

Studierraum, Reproduktionsservice und Verwaltungsbüros befinden sich im dritten Stock des Palazzo Martinengo. Der Zugang für Behinderte ist mit dem Aufzug vom Erdgeschoss aus möglich.

Auf Anfrage an den Direktor des Instituts per Post, Fax oder E-Mail, werden kostenlose Nachforschungen per Korrespondenz ausgeführt.

ÖFFNUNGSZEITEN

Montag – Freitag: von 8.00 Uhr bis 13.30 Uhr

Dienstag – Donnerstag: von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Mittwoch: von 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Geschlossen Samstag und 19. Juni (Fest des Stadtheiligen)